Apfelbäume für die Region Kreisa Anzeiger 30.11.2021

Vertreter der Obst- und Gartenbauvereine aus Düdelsheim und Wolf sowie ein Vertreter des Vereins Naturschutz Düdelsheim halfen Vorstandsmitglied Petra Kalbhenn bei der Gewinnausgabe. FOTO: VR BANK

Wetteraukreis (red). Über Äpfel aus dem eigenen Garten - darauf können sich bald 300 Kunden der VR Bank Main-Kinzig-Büdingen freuen. Aus einer Vielzahl von Teilnehmern an einer Verlosungsaktion wurden jetzt die glücklichen Gewinner gezogen. Ihren Apfelbaum holten sie sich anschließend persönlich ab.

Ob in Langenselbold, Altenhaßlau, Nidda oder Büdingen - dort warteten regional typische und der heimischen Kulturlandschaft angepasste Hochstämme auf ihre neuen Besitzer. Goldparmäne, Kaiser Wilhelm, Rheinische Schafsnase oder auch Berner Rosenapfel, so hießen nur einige der verlosten Sorten.

Alle Hände voll zu tun hatten Petra Kalbhenn und Lars Schurich, Vorstandsmitglieder der VR Bank Main-Kinzig-Büdingen, bei der Gewinnausgabe in Büdingen und Altenhaßlau. Tatkräftig unterstützt wurden sie an den Ausgabestellen im Geschäftsgebiet von den Mitarbeitern der Marketingabteilung. Fachkundige Hilfe bekamen die Banker von Mitgliedern der ortsansässigen Obst- und Gartenbauvereine. Sie informierten die Sieger über die Pflanzung, die Pflege, den Schnitt und die Ernte und hielten auch noch den einen oder anderen Tipp bereit.

»Mit dieser Aktion setzen wir ein weiteres Zeichen für Nachhaltigkeit«, betonte Petra Kalbhenn. Mit Blühflächen-Patenschaften, speziellen Bienensaatmischungen und Hochbeeten für die Kindergärten unterstütze die Main-Kinzig- und Oberhessen-Bank bereits nachhaltiges Engagement in der Region. Gemeinsam mit 300 Kunden aus dem gesamten Geschäftsgebiet lasse die VR Bank Main-Kinzig-Büdingen nun Zukunft wachsen und Apfelbäume erblühen.


Monika Eichenauer schrieb am 30.10.2021 im Kreisanzeiger:

 

DÜDELSHEIM (co).  Am 13. November 1987 wurde auf Anregung des damaligen Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden Werner Luft die Frauengruppe der Natur- und Vogelschutzgruppe Düdelsheim gegründet und seither von Christa Pfeiffer geleitet. Doch nach 33 Jahren hörte die Naturkundige Ende vergangenen Jahres auf. In den über drei Jahrzehnten wurde die mittlerweile fast 84-Jährige ausser von vielen Mitstreiterinnen auch von ihrem gleichaltrigen Mann Helmut bei den vielfältigen und kontinuierlichen Aktivitäten der Frauengruppe des Vereins Naturschutz Düdelsheim, wie er seit März 2017 firmiert, tatkräftig unterstützt. Zu ihrer Verabschiedung, die erst jetzt beim „Lipp“ in Lindheim stattfand, dankten ihr Vereinsvorsitzender Sebastian Scheid, der gesamte Vorstand und die Frauen herzlich und überreichten dem Ehepaar Präsente. Der Dank der naturkundigen Düdelsheimerin ging an alle Helfer und Helferinnen in dieser langen Zeit. Sie bedauert allerdings, dass sich noch keine Nachfolgerin -  oder ein Nachfolger - gefunden hat.

Als die Pfeiffers Anfang der 1980er Jahre aus Frankfurt nach Düdelsheim zogen, schlossen sie sich gleich den Naturschützern an. Zunächst leitete die frühere Zahnarzthelferin die Jugendgruppe, dann die Frauengruppe. Sie und Helmut sagen mit strahlenden Gesichtern: „Wir  haben das sehr gerne gemacht, weil wir selbst Freude dran hatten. Es war immer schön und wir haben viel gelernt“. Da ist es keine Frage, dass die Pfeiffers bei ihrem Haus einen richtigen Naturgarten haben, der vielen Schmetterlingen, Insekten und Kleintieren Quartier und Nahrung bietet. Die Naturforscherin kennt jede Menge Blumen, Kräuter, Vögel, Schmetterlinge und hat unzählige fotografiert, ebenso wie ihr Mann auch. Die Leser des Kreis-Anzeigers haben in den vergangenen Jahren schon viele ihrer schönen Fotos in der Zeitung sehen können.

Beim Rückblick auf die 33 Jahre gerät Christa Pfeiffer ins Schwärmen -  über all das, was die Frauen gemeinsam unternommen, gesehen und gelernt haben genauso wie über die lange Gemeinschaft, denn etliche Frauen sind von der Anfangszeit bis jetzt dabei geblieben und hatten erst ihre Kinder und nun schon ihre Enkel dabei. Anfangs trafen sich die Frauen, zunächst 18, doch die Gruppe wuchs rasch auf 30 Mitglieder an, im damaligen Restaurant Lindenhof. Es ging um Informationen zur gesunden Ernährung, um Kräuter, Koch- und Backrezepte und umweltfreundliches Haushalten. Exkursionen in die Düdelsheimer Gemarkung, Beobachtung und Erfassung der heimischen Wildblumen und der Insekten- und Vogelwelt kamen ebenso dazu wie Tipps zur naturnahen Gartengestaltung. Eine ganz frühe Mitstreiterin war die vor etwa 20 Jahren verstorbene Heidi Berg. Mit ihr ist Christa Pfeiffer durch die Wiesen gezogen und auf den Düdelsheimer Hausberg „Die Steinern“ gegangen, gegenseitig haben sie sich mit Fachbüchern in der Hand vor Ort alles über Schmetterlinge, Insekten, Vögel und Blumen beigebracht: „Wir wollten alles wissen“. Später fanden viele Treffen im Bauernhof von Hilde Schmid statt: „Da wurde auch gesungen und es gab Kaffee und Kuchen“. Kaffee und Kuchen oder eine andere Verköstigung gab es bei allen Exkursionen, denn die naturkundige Frauengruppe begab sich auf vielerlei stets themenbezogene Wanderungen und Ausflüge in die Umgebung von Düdelsheim und in die weitere Region. Fahrer der Gruppe waren meist Helmut Pfeiffer, Werner Luft und Gerd Roder.

Die Exkursionen führten die Frauen in den Vogelsberg, die Rhön, den Spessart, zum Ziegenhof nach Gomfritz bei Schlüchtern mit Verköstigung von Käsespezialitäten. Die Gruppe war im Büdinger Wildpark und im Garten Kölsch unterwegs, wanderte zum Glauberg und zu den Teichen im Düdelsheimer „Suder“, wurde durch die Frankfurter Parkanlagen und den Hessenpark bei Neu-Anspach geführt, lernte mit Karl Hermann Heinz aus Stockheim, Spezialist für die heimische Natur und hervorragender Naturfotograf, Biotope und Geotope der näheren Region kennen, war mit Natur- und Kulturführerin Annette Miksch am Limesturm in Rommelhausen unterwegs und hörte Vorträge zur natürlichen Salbenherstellung von Naturführerin Beate Schubert. Unvergessen sind auch Feiern in der Vogelschutzhütte am Waldrand, die Fahrt mit dem Frankfurter „Ebbelwei-Express“, die  Besichtigung des Früchteteppichs im Bad Soden-Salmünsterer Ortsteil Mernes und die Schachbrettblumenwiese im Spessart. Alle Exkursionen sind mit Fotos und Anschauungsexemplaren bestens dokumentiert. „Ich könnte ein Naturkunde-Museum aufmachen, weil mich das wahnsinnig interessiert. Man freut sich einfach drüber. Ich hab' ein total erfülltes Leben“, sagt sie mit einem Lächeln, „und hab' meinen Mann mit reingezogen“.

Angesprochen auf den Wandel in der Natur in den 33 Jahren entfährt es  Christa und Helmut Pfeiffer gleichzeitig: „Der ist drastisch!“. Der sukzessive Rückgang der Vielfalt der Natur stimme sehr bedenklich. Die hervorragende Schmetterlings- und Insektenkennerin hat „seit Jahren keine Huflattichmöttchen, Federmöttchen, bestimme Bläulinge und viele andere Insektenarten mehr gesehen. Auch die Vögel sind signifikant zurückgegangen, wir haben im Garten nur noch Rotkehlchen, Amseln und Spatzen. Das waren vorher viel mehr Arten“. Laut Nabu betrage der  Vogelartenrückgang über 40 Prozent, schildert die Düdelsheimerin. Ihr Mann ergänzt: „Vor allem die Waschbären haben zugenommen und machen wahnsinnig viel Brut kaputt“. Auch die Pfeiffers haben den ungebetenen Gast direkt am Haus. Hoffnung gibt ihr allerdings die Bepflanzung von Feldwegrändern und Ackerstreifen mit Blumen als Bienen- und Insektenweide.    Doch nicht nur die Natur liegt dem Ehepaar, das früher auch auf einigen Trekking-Touren in Südamerika, im Himalaya und Südafrika unterwegs war, am Herzen, sondern auch die Geschichte der Region. Das ist vor allem Helmuts Beritt, der auch schon vor vielen Jahren bei Ausgrabungen am Glauberg mitgeholfen hat.

 

FOTO: Monika Eichenauer

Christa Pfeiffer hat 33 Jahre lang die Frauengruppe des Vereins Naturschutz Düdelsheim geleitet.

Sie und ihr Mann Helmut sind engagierte Naturkenner- und schützer.



Kreis Anzeiger 30.01.2021


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